Lisa Wilcox

Aufgewachsen im US-Bundesstaat Colorado, saß Lisa Wilcox schon als Kind auf dem Rücken der Westernpferde ihres Vaters. Rauh ging es auf den windzerklüfteten Hochebenen zu, Rinder mussten eingefangen und gebranntmarkt, Zäune repariert und junge Pferde angeritten werden. An eine Karriere im Dressursattel, 1999 durch das Deutsche Reitabzeichen in Gold gekrönt, war damals noch nicht zu denken. Die erste gewonnene Schleife in einer Jugendreiterprüfung hat noch immer einen Ehrenplatz.

Heute ist es eher die geballte, verhaltene Kraft der hohen Lektionen, die Lisa fasziniert. Über ihren damaligen Mann Jan Ebeling, ein deutscher Dressurtrainer in Amerika, entdeckte sie das Flair der Viereckkünste. Mittlerweile ins sonnige Kalifornien umgezogen, lernte sie auf dem Oldenburger Wallach Funny Boy das komplette Grand Prix-Programm. "Funny war ein Furioso II-Ladykiller xx-Sohn - ein heißer Ofen!", erinnert sie sich schmunzelnd. Doch um weiter zu kommen, sich dem ehrgeizigen Ziel der Perfektion zu nähern, gab es für sie nur Eines: Nach Deutschland. In das Mekka der Dressurreiter, den schleswig-holsteinischen Grönwohldhof. "Vier Monate blieb ich dort mit Funny, bekam Unterricht von Herbert Rehbein." Danach ging es für drei Monate zurück, nur um wenig später wieder gen Europa zufliegen. Dänemark war diesmal das Ziel. Dort ritt sie Hengste und Verkaufspferde. Bis ihr Herbert Rehbein den Tipp gab, das niedersächsische Gestüt Reinsehlen suche einen Bereiter. Weltbürger, Donizetti, Condor M waren fortan die Namen der Pferde, die sie förderte. Mit dem Contender-Sohn Condor M nahm sie erstmals am Bundeschampionat teil.

1997 wechselt Lisa Wilcox auf das Gestüt Vorwerk. Von da ab an ging ihre Karriere steil bergauf. Sie profitierte im Training von Ernst Hoyos, Bereiter an der spanischen Hofreitschule in Wien, und dessen Fähigkeit sich „in Pferd und Reiter hineinzuversetzen, regelrecht mitzureiten und innerhalb von Sekunden Problemlösungen aus dem Hut zu zaubern“. 2000 gelang ihr mit Rohdiamant v. Rubinstein der Sprung in die Grand Prix-Klasse. Zusätzlich wurde sie in den Olympia Kader berufen. 2002 belegte Lisa Wilcox bei den Weltreiterspielen in Jerez mit dem Fuchshengst Relevant den fünften Rang in der Einzelwertung und schaffte mit dem US-Team den Sprung aufs Treppchen und errang die Silbermedaille. Im Jahr darauf gewann sie bei der offenen EM in Hickstead die Silbermedaille in der Einzelwertung und bei den olympischen Spielen 2004 in Athen die Bronzemedaille mit der Mannchschaft.

2004 ging Lisa Wilcox in die Schweiz wo sie für ein Jahr auf der Anlage von Dr. Samuel Schatzmann blieb. Danach zog es sie zurück in die USA wo sie auf einer Anlage in Wellington, Florida, trainiert. Zwischenzeitlich kam sie zurück nach Deutschland um sich hier auf die Qualifikation für die olympischen Spiele 2008 in Hongkong vorzubereiten.

Die Erfahrungen von Lisa Wilcox fleißen seit Ende 2003 in die Produktentwicklung bei PIKEUR/ESKADRON ein.

Besondere Leistungen

2004

 
  • Mannschafts-Bronzemedaillengewinnerin in Athen mit Relevant

2003

 
  • Vize - Europameisterin in der Einzel - und Mannschaftswertung in Hickstead auf Relevant  

2002

 
  • 5. Platz in der Einzelwertung bei den Weltreiterspielen in Jerez auf Relevant
  • Silbermedaillengewinnerin in der Mannschaftswertung auf Relevant
  • Siegerin im Grand Prix Spezial beim German Masters auf Relevant
  • Siegerin im Großen Preis von Oldenburg auf Relevant
  • Siegerin beim Großen Preis von Lingen auf Relevant

2001

 
  • Siegerin im Grand Prix Spezial der Int. Oldenburger Pferdetage auf Relevant
  • Siegerin im Großen Preis von Wiesbaden auf Relevant
  • Siegerin im Großen Preis / Kür von Bad Salzuflen
  • Siegerin im Großen Preis / Kür von Balve